BECOMING HER | Wie mein Alter Ego mir half, die Frau zu verkörpern, die ich längst war.

Ich brauchte ein Alter Ego, um die Frau zu werden, die ich schon längst war
Ich brauchte ein Alter Ego, um die Frau zu werden, die ich schon längst war.
Dieser Satz beschreibt ziemlich genau, was in den vergangenen Jahren mit mir passiert ist.
Als ich angefangen habe, als Yogalehrerin zu arbeiten und YouTube-Videos zu drehen, war genau das für mich eigentlich unvorstellbar.
Ich kannte mich als schüchterne Person.
Vor allem vor Menschen, die ich nicht kannte, fiel es mir schwer zu sprechen. Wenn mehrere Menschen vor mir standen und mich anschauten, wurde ich sehr nervös.
Ich wollte nicht im Mittelpunkt stehen.
Und gleichzeitig hatte ich diese Gedanken über mich selbst:
Ich bin nicht gut genug dafür.
Ich habe doch gar nichts Wichtiges zu sagen.
Warum sollte mir jemand zuhören?
Was kann ich schon bewirken?
Doch da war noch etwas anderes. Da war diese leise Vision, die in mir schlummerte, eine Vision von einer Frau, die all das trotzdem macht.
Wer ist die Frau, die dieses Leben bereits lebt?
Tief in mir gab es diesen Wunsch, YouTube-Videos zu drehen.
Und genauso gab es diese Vorstellung von mir als Yogalehrerin.
Also setzte ich mich irgendwann mit meinem Journal hin und stellte mir eine Frage:
Wie ist eigentlich die Frau, für die all das bereits normal ist?
Wie spricht sie?
Wie kleidet sie sich?
Welchen Schmuck trägt sie?
Wie bewegt sie sich?
Wie fühlt sie sich, wenn sie vor einer Kamera sitzt und über ihre Gedanken und Gefühle spricht?
Und eine Frage war für mich besonders wichtig:
Was sind ihre Werte?
Wofür steht diese Frau?
Was glaubt sie über sich selbst?
Was glaubt sie über das Leben?
Damals wusste ich noch nicht, was ich da eigentlich tat.
Heute würde ich sagen:
Ich erschuf mein Alter Ego: Sezane Belle.
Sezane Belle ist keine erfundene Person.
Sie ist ruhig.
Sie ist entspannt und gleichzeitig mutig.
Sie vertraut sich selbst und sie vertraut dem Leben.
Sie kreiert aus ihrer femininen Energie heraus das Leben, das sie leben möchte.
Sie ist Yogalehrerin.
Sie ist YouTuberin.
Und deshalb ist es für sie vollkommen normal, eine Kamera aufzustellen, ein Mikrofon in die Hand zu nehmen und ihre Gedanken mit anderen Menschen zu teilen.
Irgendwann fragte ich mich trotzdem:
Spiele ich hier eigentlich nur eine Rolle?
Und mit der Zeit habe ich etwas für mich verstanden:
Sezane Belle ist keine künstliche Figur, die ich erschaffen habe.
Sie ist eine Facette meiner Persönlichkeit, der ich einen Namen gegeben habe.
Mein Alter Ego ermöglicht mir, eine Version von mir sichtbar zu machen, die schon längst in mir existiert, der ich vorher nur keinen Raum gegeben hatte.
Wer bist du unter all den Geschichten über dich?
Wir tragen so viele Geschichten darüber mit uns herum, wer wir angeblich sind.
Ich bin schüchtern.
Ich kann nicht vor Menschen sprechen.
Ich bin nicht selbstbewusst.
Ich bin nicht die Art von Frau, die sich vor eine Kamera setzt und ihre Gedanken mit der Welt teilt.
Vielleicht kennst du deine eigenen Versionen dieser Sätze.
Und irgendwann habe ich angefangen, mich zu fragen:
Wer bin ich eigentlich, wenn ich all diese Geschichten für einen Moment beiseiteschiebe?
Wer bin ich, wenn ich vergesse, was ich irgendwann über mich selbst geglaubt habe?
Genau dort beginnt für mich die Idee eines Alter Egos.
Nicht als erfundene Persönlichkeit.
Sondern als eine Version von dir, der du bisher vielleicht einfach noch nicht die Erlaubnis gegeben hast, vollständig zu existieren.
Mit Sezane Belle habe ich mir selbst diese Erlaubnis gegeben.
Vielleicht fühlt es sich am Anfang trotzdem wie eine Rolle an
Und weißt du was? Das ist vollkommen ok.
Wenn du jahrelang eine bestimmte Geschichte über dich erzählt hast und plötzlich anfängst, dich anders zu verhalten, kann sich das erst einmal ungewohnt anfühlen.
Vielleicht sogar ein bisschen gespielt.
Denn diese Seite von dir hatte bisher kaum Raum.
Wenn ich darauf gewartet hätte, eines Tages selbstbewusst genug zu sein, um YouTube-Videos zu drehen, hätte ich wahrscheinlich nie angefangen.
Also habe ich es umgedreht.
Ich habe nicht gewartet, bis ich mich wie eine YouTuberin fühle, um Videos zu drehen.
Ich habe angefangen, die Identität einer YouTuberin zu verkörpern und dann Videos gedreht.
Ich bin Schritt für Schritt in diese Identität eingetaucht, nicht von heute auf morgen.
Jeden Tag ein kleines Stückchen und mit jeder Entscheidung wurde diese Version vertrauter.
Deine Identität verändert deine Gewohnheiten und das was sich für dich normal anfühlt
Das ist einer der spannendsten Gedanken hinter dem Ganzen.
Wir versuchen häufig zuerst unsere Gewohnheiten zu verändern und hoffen dadurch irgendwann ein anderer Mensch zu werden.
Für mich funktioniert es leichter andersherum:
Erst frage ich mich welche Identität ich verkörpern möchte und dann welche Entscheidungen zu dieser Identität gehören.
Stell dir als einfaches Beispiel eine Raucherin vor, die aufhören möchte zu rauchen.
Wenn sie weiterhin denkt: „Ich bin Raucherin, aber ich darf jetzt keine Zigarette rauchen“, kann sich jede nicht gerauchte Zigarette wie Verzicht anfühlen.
Die Identität einer Nichtraucherin erzählt dagegen eine andere Geschichte:
„Ich rauche nicht.“ Nicht zu rauchen passt zu ihrem Selbstbild.
Und genau diesen Gedanken habe ich auf mein eigenes Leben übertragen.
Wenn meine Identität lautet:
„Ich bin schüchtern und traue mich eigentlich nicht, vor einer Kamera zu sprechen“,
dann kostet mich jedes Video enorme Überwindung und Energie.
Wenn ich dagegen in die Identität eintauche:
„Ich bin YouTuberin“, dann gehören Videos zu meinem Leben. Eine YouTuberin dreht Videos.
Natürlich stellt sie ihre Kamera auf, natürlich entwickelt sie Ideen, natürlich spricht sie, natürlich veröffentlicht sie Content. Es gehört dann einfach zu meinem Leben.
Und meine schüchterne Seite?
Die gibt es übrigens immer noch. Und ich möchte sie auch gar nicht loswerden.
Es gibt Situationen, in denen ich schüchtern bin. Situationen, in denen ich mich nicht sofort traue, vor vielen Menschen zu sprechen.
Auch diese Sezane gehört zu mir. Ich liebe und akzeptiere sie genauso wie sie ist.
Denn ein Alter Ego bedeutet für mich nicht, einen Teil meiner Persönlichkeit auszulöschen, um jemand anderes zu werden.
Wir sind nicht nur eine Version von uns.
Wir tragen so viele Facetten in uns.
Ich entscheide lediglich bewusst, welcher Facette ich in einem bestimmten Moment Raum geben möchte. Wenn ich Yoga unterrichte oder vor meiner Kamera sitze, darf Sezane Belle nach vorne treten. Und durch ihre Verkörperung finde ich Zugang zu dem Mut, der ohnehin in mir vorhanden ist.
Dein Alter Ego und deine Personal Brand
Genau deshalb finde ich die Arbeit mit einem Alter Ego auch beim Aufbau einer Personal Brand so interessant. Eine Personal Brand bedeutet für mich nicht, eine künstliche Online- Persönlichkeit zu erschaffen.
Es bedeutet vielmehr, bewusst zu entscheiden:
Welche Facette meiner Persönlichkeit möchte ich sichtbar machen?
Welche Energie möchte ich vermitteln?
Wofür möchte ich stehen?
Was sind meine Werte?
Wie sollen sich Menschen fühlen, wenn sie meine Inhalte sehen?
Welche Welt möchte ich mit meiner Personal Brand erschaffen?
Mit der Zeit entsteht daraus eine Welt.
Eine Welt um deine Person, deine Inhalte und deine Werte herum.
Und diese Welt darf sich verändern und sich weiter entwickeln. Sie darf mit dir wachsen.
Ich selbst habe mich in den vergangenen Monaten verändert und weiterentwickelt. Natürlich darf sich dadurch auch meine Personal Brand verändern. Denn sie ist keine starre Kunstfigur.
Sie ist eine bewusst gewählte und sichtbare Facette meiner Persönlichkeit.
Mein kleines Ritual, um mein Alter Ego zu verkörpern
Ich habe übrigens einen kleinen Anker, der mir dabei hilft. Ein bestimmtes Parfum.
Bevor ich ein YouTube-Video aufnehme oder zu einer Yogastunde fahre, trage ich diesen Duft auf.
Für mich ist das zu einem Ritual geworden.
Der Duft erinnert mich:
Jetzt darf Sezane Belle da sein.
Es ist wie ein kleiner innerer Schalter.
Dein Anker muss natürlich kein Parfum sein, vielleicht ist es ein Lippenstift, ein Schmuckstück, ein bestimmtest Outfit oder ein anderes kleines Ritual.
Etwas, das du bewusst mit der Energie deines Alter Egos verbindest.
Meine Entscheidungen erschaffen meine Identität
Am Ende sind es für mich nicht die großen Momente, die unser Leben verändern.
Es sind all die kleinen Entscheidungen.
Was entscheide ich heute?
Und morgen?
Und übermorgen?
Welche Version von mir trifft diese Entscheidung?
Denn je häufiger ich Entscheidungen aus der Identität von Sezane Belle heraus treffe, desto mehr verkörpere ich diese Frau.
Oder eigentlich: Desto mehr erlaube ich mir, die Frau zu sein, die ich längst bin.
Und vielleicht ist genau das die schönste Frage, die du dir heute stellen kannst:
Wer wärst du, wenn du all die Geschichten darüber loslassen würdest, wer du angeblich bist?
Und wie würde diese Frau heute handeln?
Du musst nicht morgen dein gesamtes Leben verändern.
Beginne mit einer kleinen Entscheidung.
Dann mit der nächsten.
Und gib dieser Facette von dir ein bisschen mehr Raum.
Vielleicht wirst du irgendwann feststellen, dass dein Alter Ego niemals jemand anderes war.
Sie war die ganze Zeit du.
C’est la vie, so ist das Leben.
Und das Leben ist wunderschön.
Vergiss nicht:
du bist geliebt,
du bist getragen,
du bist wundervoll,
genauso wie du bist.
Deine
Sezane Belle
Hier findest Du das Youtube Video zu diesem Blogbeitrag:




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